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Gedanken zur Ausstellung "Renoir. Rococo Revival"

Im Städel Museum Frankfurt

„Marivaux verbringt sein Leben damit Nichtigkeiten auf Waagen aus Spinnweben zu wiegen.“ Auch wenn dieser hübsche Aphorismus aus der Feder Voltaires über seinen Schriftstellerkollegen vermutlich nicht nur wohlwollend gemeint war, so beschreibt er das Wesen der federleichten Zeit des beginnenden 18. Jahrhundert doch überaus treffend. Nach dem Tode Ludwigs XIV. 1715 ging ein Aufatmen durch die Adelsgesellschaft Frankreichs. In der nachfolgenden Interimszeit der Régence begann sich die unter der Regierungszeit des Sonnenkönigs etablierte strenge, ...

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Gedanken zu einer Reise nach Rom

Galleria Doria Pamphilij, Galleria Borghese, Vatikanische Museen, Palazzo Barberini, Villa Farnesina

„O, wie fühl' ich in Rom mich so froh! gedenk' ich der Zeiten,

Da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing (...)

Nun umleuchtet der Glanz des helleren Aethers die Stirne;

Phöbus rufet, der Gott, Formen und Farben hervor.

Sternhell glänzet die Nacht, sie klingt von weichen Gesängen,

Und mir leuchtet der Mond heller als nordischer Tag.“

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Gedanken zur Ausstellung „Becoming Famous. Peter Paul Rubens“

In der Staatsgalerie Stuttgart

Peter Paul Rubens gilt als der Inbegriff des Barockkünstlers: begabt, berühmt, wohlhabend und vielgereist. Diplomatischer Charme, großartiges Talent und ökonomischer Ehrgeiz gepaart mit dem feinen Gespür für das, was wir Heutigen Zeitgeist nennen würden, zeichneten dieses einzigartige Künstlerleben aus. Entsprechend dieser Kulmination an Superlativen rangiert Rubens auch heute noch ganz oben auf der Rangliste der Künstler, die ...

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Bayerns Meisterwerke. Eine Gesprächsreihe auf Bayern 2.

Renée Sintenis‘ „Daphne“ im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

Heute kennt man zwar ihre Werke, ihr Name hingegen ist nur wenigen Kunstkennern ein Begriff. Dabei war sie vor 100 Jahren eine wahre Berühmtheit: die Künstlerin Renée Sintenis, 1888 als Renate Alice Sintenis in Glatz geboren, kam als Jugendliche nach Berlin und zeigte bereits früh künstlerische Ambitionen. Auf Wunsch der Familie mussten diese jedoch hintanstehen. Ein 1907 begonnenes Studium der Dekorativen Plastik am Kunstgewerbemuseum brach sie im fünften Semester ab, um dem Vater die Sekretärin zu ersetzen...

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Gedanken zu einer Reise nach Wien

Albertina, Oberes Belvedere, Kunsthistorisches Museum

»Frauen werden ›donne‹ genannt, weil sie wie ein göttliches Geschenk (dono celeste) sind, ohne das es weder Schönes noch Gutes gäbe.«  Moderata Fonte (1555-1592)

 

Auch wenn dieses charmante Zitat etymologisch nicht ganz korrekt ist, sind auch wir der schönen Frauen wegen nach Wien gereist. Nicht die allerorten präsenten Kaiserinnen Maria Theresia und Sisi sind der Grund unseres österreichischen Aufenthalts, sondern die belle donne Tizians, Modiglianis und Klimts...

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Gedanken zu einer Neujahrskurzreise nach Berlin

Neue Nationalgalerie, Schloss Charlottenburg

„Verwechseln Sie bitte nicht das Einfache mit dem Simplen.“ So präzise Mies van der Rohe dieses Zitat formuliert, so klar und deutlich ist auch die Formensprache seiner Neuen Nationalgalerie in Berlin, die nun nach langjähriger, sorgfältiger und aufwändiger Restaurierung wieder besichtigt, besucht und bewundert werden kann. Trotz seiner mittlerweile über 50 Jahre hat das Gebäude nichts von seiner Modernität und schlichten Erhabenheit verloren. Wirken andere Bauten des ausgehenden 20. Jahrhunderts in ihrer bemühten Modernität häufig veraltet, strahlt die Nationalgalerie in ihrer lässigen Monumentalität absolute Zeitlosigkeit aus...

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Gedanken zu einer Reise nach Basel

Fondation Beyeler, Kunstmuseum

Weltberühmt ist dieses Bild, das den vorweihnachtlich Reisenden in Basel aller Orten grüßt und zu einem der großen Ausstellungsereignisse des Jahres 2021 einlädt: Goyas bekleidete Maya ist das visual keypiece der aktuellen Schau der Fondation Beyeler.

Gelassen und doch sehr präsent empfängt diese Maya ihre Besucher in einem der selbst bei grauem Winterwetter lichtdurchfluteten Säle der Schweizer Kunstinstitution. Liegend, im ikonografischen Sinne italienischer Venusdarstellungen der Renaissance, hat diese Frau jedoch so gar nichts überirdisch-mythologisches mehr an sich...

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Gedanken zur Ausstellung „Nennt mich Rembrandt“

Im Städel Museum Frankfurt

Nur wenige Künstler wurden in den vergangenen Jahren so häufig mit monografischen Ausstellungen geehrt wie Rembrandt. Einer Perlenschnur gleich reihen sich die Schauen der verschiedenen Institutionen aneinander: 2015 veranstaltete das Rijksmuseum in Amsterdam die atemberaubende Ausstellung zu den späten Schaffensjahren des Niederländers. Zum 350. Todestag gab es eine Innenschau des Künstlers namens „Inside Rembrandt“ in Köln.

2020 schließlich widmete man in Potsdam und Basel seinem Verhältnis zum Orient eine umfangreiche und ...

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Bayerns Meisterwerke. Eine Gesprächsreihe auf Bayern 2.

Rogier van der Weydens „Columba Altar“ in der Alten Pinakothek München

Mit äußerster Behutsamkeit umfasst der auf die Knie gesunkene König die kleine Gestalt. Zart berührt der Fürst die Kinderhand, um sie an seinen Mund zum ehrfürchtigen Kuss zu führen. Vorsichtig hält er die Beinchen des Jesusknaben, der auf dem Schoß seiner Mutter den hochstehenden Besuchern präsentiert wird. Die weltliche Macht sinkt vor der göttlichen, nun menschgewordenen, zu Boden...

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Gedanken zur Vermeer-Ausstellung „Vom Innehalten“

In der Gemäldegalerie Alte Meister Dresden

Vom Innehalten erzählt die Schau in der Dresdner Gemäldegalerie, wo diesen Herbst so viele Vermeer Werke wie lange nicht mehr an einem Ort versammelt sind. Anlass für dieses einzigartige Aufeinandertreffen war die Restaurierung eines der berühmtesten Bilder des Delfter Malers. Eine Erkenntnis, zu der man bereits vor über 40 Jahren gelangt war, wurde mit feinsten Messerchen erneut sichtbar gemacht. Die Briefleserin am offenen Fenster steht nun nicht mehr vor einer schlicht gekalkten Wand in gebrochenem Weiß. Direkt über ihrem Haupt triumphiert ...

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Bayerns Meisterwerke. Eine Gesprächsreihe auf Bayern 2.

Benjamin Vautiers „Der Hauslehrer“ im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg

Wohl fühlt er sich nicht, der schüchterne Gast, auf seinem Besucherstuhl. Scheu hat er den Blick auf den Boden gerichtet und harrt des Urteils der Dame des Hauses. Offensichtlich stellt sich der junge Mann gerade als Lehrer und Erzieher für deren Kinder vor. Von spitzweghafter Manier sind seine dünne Statur sowie das schüttere Haar und die Brille auf der schmalen Nase.

Vor ihm steht sein zukünftiger Schüler. In kindlicher Überlegenheit hat dieser die eine Hand lässig in die Hosentasche gesteckt, der kleine Daumen der anderen Hand ist in den Gürtel eingehakt...

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Gedanken zur einer spätherbstlichen Reise nach Hamburg

Kunsthalle Hamburg, Sammlung Falckenberg

„Nun sind die Tage grau wie nie zuvor.

Und der November trägt den Trauerflor.“

Erich Kästner beschrieb mit wenigen Worte so überaus treffend einen Monat, den wohl niemand zu seinen Lieblingen zählt. Auf der langen Fahrt von Nürnberg nach Hamburg handelt meine Zuglektüre jedoch nicht von des Dichters tristen Herbstgedanken, sondern seinen häufig nicht weniger traurigen Liebschaften. ...

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Bayerns Meisterwerke. Eine Gesprächsreihe auf Bayern 2.

Marianne von Werefkins „Wäscherinnen“ im Lenbachhaus München

„Marianne spielt mit den Farben Rußlands malen:
Grün, Hellgrün, Rosa, Weiß,
Und namentlich der Kobaltblau
Sind ihre treuen Spielgefährten.“
Mit diesen Zeilen beginnt Else Lasker-Schüler ihr Gedicht über die Malerfreundin Marianne von Werefkin. In kongenialer Weise beschreibt die Poetin die der Malerin so eigene und einzigartige Farbbehandlung. Selbst im expressiven Kreis der Münchner Künstlerkollegen nahm Werefkin damit eine Sonderrolle ein...

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Gedanken zu einer Spätsommerreise in den Süden

Fondation Maeght, Kartause La Verne, Mantua, Palazzo del Te, Palazzo Ducale, Alberti, Mantegna, Sant‘ Andrea

„Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“ Auch wenn unsere Reise nicht auf Goethes Spuren nach Rom führt, gilt diese so knapp wie klug formulierte Erkenntnis natürlich dennoch. Die wieder erlangte Freiheit fühlt sich nach langen Corona Restriktionen nicht mehr selbstverständlich an und ist deshalb umso kostbarer.

Vigevano, ein kleiner, südlich von Mailand gelegener Ort, wo sich vor geraumer Zeit die Römer den Karthagern unter Hannibal geschlagen geben mussten, ...

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Bayerns Meisterwerke. Eine Gesprächsreihe auf Bayern 2.

Albrecht Dürers „Porträt des Anton Fugger“ im Schaezler Palais Augsburg

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Diesem Grundsatz folgend, führte mich eine kleine Tagesreise nicht ins europäische Ausland, sondern in die schöne Reichsstadt Augsburg. Mein Ziel ist das prächtige Schaezlerpalais. Ab 1764 im Auftrag des Freiherrn Benedikt Adam von Liebert errichtet, beherbergt dieser Palast ein einzigartiges Kleinod. Der im ersten Stockwerk liegende, atemberaubend elegante Rokokofestsaal wurde zu Ehren der Kaisertochter Maria Antonia geschaffen, ...

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Gedanken zu einer Reise nach Paris

Bourse de Commerce Pinault Collection, Versailles, Fondation Cartier, Musée Carnavalet, Saint Denis, Kathedrale von Reims

„Und so nehmen wir Platz auf den eisernen Stühlen der schönsten Stadt der Welt und atmen eine Schönheit und einen Großmut, die keinen anderen Zweck haben, als Schönheit und Großmut zu verbreiten.“ Vor genau 10 Jahren reiste ich zum ersten Mal in die schönste Stadt der Welt und genau vor 10 Jahren schrieb die kluge Iris Radisch mir mit diesen Worten direkt aus der Seele. Seither bin ich viele Male an die Seine gefahren, häufig auch im August. Es ist eine besondere Zeit für Paris. ...

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Gedanken zu einer sommerlichen Kurzreise nach Berlin

co-berlin, Gemäldegalerie, Museum Berggruen, Museum Barberini

„Guten Morgen Berlin, Du kannst so hässlich sein“, sang der Musiker Peter Fox 2014. Natürlich kann Berlin das. Für drei Tage begeben wir uns jedoch auf die Suche nach den schönen Seiten der Hauptstadt und bemerken gleich zu Beginn, dass auch der Sommer des Jahres 2021 Corona bedingt immer noch anders als gewohnt ist. Wo in früheren Zeiten sich ein bisweilen undurchdringliches Gedränge aus Touristen, Reisegruppen und Anwohnern seinen Weg bahnte, ...

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Gedanken zu einer Florentinischen Reise – Zweiter Teil

Santa Maria Novella, Uffizien, Palazzo Pitti

De mulieribus claris

„Die Frauen haben in jeder Kunst, der sie sich zuwandten, Vortreffliches erlangt.“ Hatte Giorgio Vasari dies in seinen Lebensbeschreibungen berühmter Künstler und Künstlerinnen bereits im 16. Jahrhundert festgestellt, dauerte es danach eine ganze Weile, bis diese Tatsache auch in der kunsthistorischen Gegenwart angelangt war. ...

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Gedanken zu einer Florentinischen Reise – Erster Teil

Bargello, Santa Croce, Pazzi Kapelle

„Freu dich, Florenz, groß wie du bist,

Die Flügel schlägst du über Land und Meer.

Und durch die Hölle dringt dein Name!“

Mindestens einen Ort auf der Welt gibt es, an dem man keinesfalls befürchten muss, auch bei wiederholtem Besuche enttäuscht zu werden. Florenz, dieser steinerne Frühling der Kunstgeschichte lässt das Staunen niemals enden.

Bei unserer Ankunft ist die Stadt am Arno warm, fröhlich und laut. Nach langen Monaten des italienischen Lockdowns  ...

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Gedanken zur Grablegung Christi

Galleria Borghese Rom

Die Geste im Zentrum des Gemäldes könnte zärtlicher nicht sein. Sanft hält die schöne junge Frau mit ihrer Linken die leblose Hand des Verstorbenen. Ihre Rechte umfängt behutsam das Haupt des getöteten Gottessohnes als müsse sie den Tod auch erfühlen, um ihn wirklich begreifen zu können. Maria Magdalenas Gesichtsausdruck zeugt von großer Trauer. Sie ist die einzige Frau in dieser Männergruppe. Ihre Gefährtinnen haben sich um die Muttergottes in der rechten Bildhälfte versammelt. Vom Schmerz überwältigt ist Maria zu Boden gesunken. ...

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Gedanken zu Selbstporträts berühmter Künstlerinnen

Sofonisba Anguissola, Elisabeth Vigée-Lebrun

Die bewusst gelenkte Außenwahrnehmung des eigenen Ichs mit Hilfe von selbst erstellten Bildern ist kein genuines Phänomen unserer Zeit. Lediglich sein massenhaftes Auftreten, das durch die explosionsartige Verbreitung in den sozialen Medien scheinbar keine Grenzen mehr kennt, ist spezifisch zeitgenössisch. Bereits in der Übergangszeit des Spätmittelalters zur Renaissance entstanden die ersten autonomen Selbstbildnisse ...

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Gedanken zu einem Ausflug nach Vierzehnheiligen

Balthasar Neumann, J.M. Feichtmayr, Gnadenaltar, Rokoko

So wunderbar es auch wäre, aber natürlich verschwindet ein Virus nicht nur deshalb, weil am Ende der Jahreszahl nun keine 0 mehr steht, sondern eine 1. Und so bleiben auch im Januar 2021 die Orte rar, an denen man der Kunst noch begegnen darf. Wenige sind es zwar, dafür haben wir uns aber einen besonders prachtvollen ausgesucht. An einem Wintertag wie aus dem Bilderbuch fahren wir nach Oberfranken und besuchen Vierzehnheiligen.

Malerisch verschneit liegt das Kloster auf der Anhöhe. ...

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Weihnachtliche Gedanken zu Albrecht Dürers Anbetung der Könige

Uffizien Florenz

1504 malt Albrecht Dürer im Auftrag Friedrichs des Weisen seine Anbetung der Könige, die sich heute in den Uffizien in Florenz befindet. Das Gemälde ist ein Geniestreich der besonderen Art. Es ist ein dramaturgischer Kunstgriff.

Seit dem frühen Mittelalter wählten Künstler in großer Anzahl und Vielfalt diese Geschichte zum Bildmotiv. Auch im nächsten Umkreis Dürers setzten sich Maler mit dem Besuch der drei weisen Männer aus dem Morgenland auseinander, wie er im Matthäusevangelium beschrieben wird:

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Gedanken zu einem Spaziergang durch das Städel Museum in Frankfurt

Overbeck, Tischbein, Liebermann, Baldung Grien, Kirchner, Cranach, Pater, Vermeer, Warhol, Demand

Am letzten Wochenende vor dem Lockdown light, einem Wort, das uns vor einem Jahr noch so fremd erschienen wäre wie die vielen von Masken verdeckten Gesichter im Alltag, fahren wir nach Frankfurt. Einen kunstreichen Spaziergang haben wir geplant, bevor in den nächsten Wochen all jene Institutionen wieder schließen müssen, die für mich zu meinem (Berufs)Leben gehören wie die Luft zum Atmen. ...

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Gedanken zu einem Besuch der Alten Pinakothek in München

von Klenze, Cornelius, Gossaert, Altdorfer, Raffael, Rubens, Dürer

„Nicht Kuchen, sondern Brot sei die Kunst für‘s Volk.“ So lautete der ambitionierte Wunsch König Ludwigs I., dem Initiator der Alten Pinakothek. Auch der jetzige Generaldirektor der bayerischen Staatsgemäldesammlung Bernhard Maaz schließt sich dieser Haltung an, wenn er die Kunst als ein Grundnahrungsmittel des Menschen bezeichnet. Einem Festtagsmahl gleicht mir ein Tag, der ausschließlich dem Besuch dieses Museums vorbehalten ist. ...

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Gedanken zu Alicja Kwades Ausstellung „Kausalkonsequenz“

In der Langen Foundation

„Aber was die Schönheit ist, das weiß ich nicht“ konstatierte Albrecht Dürer nach langer künstlerischer Suche. WAS sie ist, das weiß auch ich nicht. WO bis Ende April 2021 jedoch eine äußerst kluge und zeitgemäße Version von ihr zu sehen ist, kann ich sagen. Denn dieser bin ich in der sehr besonderen Einzelausstellung „Kausalkonsequenz“ der Künstlerin Alicja Kwade in der Langen Foundation begegnet. ...

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Gedanken zu einer Reise ins Veneto

Asolo, Villa Rotonda, Palladio, Villa Valmarana, Padua, Scrovegni Kapelle, Giotto, Venedig, Santa Maria Gloriosa dei Frari, Tizian, Bellini

Für gewöhnlich war es nicht Napoleons Art, anderen das Feld zu überlassen. Im Falle des kleinen Städtchens Asolo, das sich rühmt, einer der schönsten Orte Italiens zu sein, musste er dies jedoch tun. Das Andenken an zwei berühmte Frauen überstrahlt heute bei weitem das seinige.

Nur eine kleine Tafel an einem Haus, die besagt, dass der spätere Kaiser der Franzosen hier am 10. März 1797 genächtigt hat, erinnert an den kriegerischen Korsen. ...

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Gedanken zu einer Reise nach Dresden

Raffael, Parmigianino, Correggio, van Eyck, Giorgione, Rubens, Vermeer, Jordaens

Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg ist eine kleine Gouache von Adolph Menzel mit dem launigen Titel: Platz für den großen Raffael ausgestellt. In genrehaft-humoriger Weise bringt das einzigartige Zeichentalent des 19. Jahrhunderts feinsinnig den Zeitpunkt des Eintreffens der Sixtinischen Madonna im Jahre 1753 in Dresden zu Papier. Der Legende nach hatte Friedrich August III. eigenhändig seinen Thronsessel zur Seite geschoben, um dem Meisterwerk Raffaels den besten Lichteinfall zu garantieren. Bis heute befindet sich dieses Bild in Dresden. ...

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Gedanken zu einem Ausflug nach Florenz und Verona

Akademie, Michelangelo, Findelhaus, Brunelleschi, Palazzo Medici Riccardi, Palazzo Vecchio, San Zeno, Mantegna

„Wovon soll ich berichten – von der Vielfalt des Volkes, vom Glanz der Gebäude, vom Schmuck der Kirchen, von der unglaublichen und wunderbaren Reinheit der ganzen Stadt? Wirklich, alle Dinge sind mit einer einzigartigen und vortrefflichen Schönheit verziert (…).“ Vor exakt 617 Jahren beschrieb der Humanist Leonardo Bruni Florenz mit diesen Worten. Sie sind immer noch gültig. An heißen Julitagen im sehr eigenartigen Sommer des Jahres 2020 besuche auch ich einmal wieder die berühmte Stadt am Arno und lerne sie in einer ganz besonderen und neuen Weise kennen. ...

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Gedanken zur Ausstellung „Talent kennt kein Geschlecht“

Im Georg Schäfer Museum Schweinfurt

Großformatiger erster Blickfang der Ausstellung im Schweinfurter Georg Schäfer Museum sind zwei repräsentative höfische Bildnisse. Die bayerische Königin Therese von Bayern wurde von Julie von Egloffstein in Szene gesetzt, Franz Krüger porträtierte den Grafen von Nesselrode ...

Gedanken zur Ausstellung „Raffael in Berlin“

In der Gemäldegalerie Berlin

Über die Sixtinische Madonna von Raffael sagte Dostojewski: „Ich muss dieses Gemälde ansehen, um nicht am Menschen zu verzweifeln.“ Der russische Schriftsteller hatte eine Reproduktion des Bildes in seinem Arbeitszimmer, um es täglich betrachten zu können. In der Kunstgeschichte ist ein Kunstwerk, das mit seiner Schönheit und Wahrheit die gesamte Menschheit verteidigt, vermutlich einmalig. Sicherlich bildet diese heute in Dresden befindliche Darstellung der Muttergottes mit dem Jesuskind, flankiert von Sixtus II. und der Hl. Barbara, ...

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Gedanken zu Franz Erhard Walthers „Shifting Perspectives“

Im Haus der Kunst München

Selbst der Sommer in diesem ungewöhnlichen Jahr 2020 ist anders als die beiden zuletzt Vergangenen. Kühl und zurückhaltend gibt sich das Wetter bisher. Würde man sonst den einzig warmen Junitag genutzt haben, um diesen im Freien zu verbringen, ist nach Monaten der Kunstabstinenz die Freude groß ins Haus der Kunst nach München fahren zu können. Franz Erhard Walther wird in diesem Monumentalbau, dessen großspuriger Eleganz ...

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